Tourenplanung

Nachdem du deine Tour geplant hast, stehen nun alle wichtigen Informationen für dich bereit. Du weißt was auf dich zukommt und du kannst dir ein Ziel setzen. Nun kann es an die ersten Vorbereitungen gehen.

Mind Power:

Mind Power

Meine ersten Touren waren ziemlich Kräfte zehrend. Sowohl körperlich als auch mental.

Ich bin mit der falschen Motivation an die Sache herangegangen. In meinem Kopf bestand das Ziel möglichst viele Kilometer am Tag zu gehen und Strecke zu machen. Ich stellte mir vor, wie ich die ersten Tage jeweils 30 Kilometer schaffe. Anstatt vor der Tour einfach mal einen Probelauf mit Gewicht zu machen, packte ich meinen Rucksack voll mit unnützen Kram. Mit anderen Worten: Ich hatte keine Ahnung was ich da tat…

Ich könnte bestimmt zwei Seiten mit meinen Fehlern allein auf den ersten Touren füllen, aber die Grundaussage bleibt die gleiche: Sei ehrlich zu dir selbst und schätze dich gut ein.

Wäre ich ehrlich zu mir gewesen, hätte ich gemerkt, dass der Rucksack viel zu schwer ist. Ich hätte auch gemerkt, dass ich nicht sportlich genug war um überhaupt 20 Kilometer zu schaffen… Doch heute gehe ich richtig an die Sache ran und das solltest du auch!

Durch die Tourenplanung hast du alle Informationen vorliegen und hast dir somit schon dein Hauptziel gesetzt : Von Punkt A nach Punkt B in so und so vielen Tagen.

Das ist dein primäres Ziel an dem du festhalten musst. Zu diesem Ziel solltest du dir deine Tagesabschnitte als sekundär Ziele definieren. Nur durch Erreichen der sekundären Ziele schaffst du dein Haupt Ziel. Es ist enorm wichtig sich sein Ziel in Häppchen zu unterteilen, die leichter (aber nicht zu leicht) zu erreichen sind. Auf diese Weise baut man sich seinen Weg zum Erfolg.

An dieser Stelle kann man sich fragen, warum man so einen Wirbel um Ziele, Erfolge und Motivation macht. So etwas ist schwer zu erklären… Beim wandern ist es so, dass man in der reellen Geschwindigkeit vorwärts kommt. Mit reeller Geschwindigkeit möchte ich ausdrücken, dass du nur so schnell von A nach B kommst, wie dein Körper dich bewegen kann. Das ist in der heutigen Zeit ziemlich langsam. Wir bewegen uns hauptsächlich mit Fahrrädern, Autos, Bahn und Bus vorwärts. Nur kurze Strecken werden mal zu Fuß gegangen. So sind wir es gewohnt längere Abschnitte immer schnell zurück zu legen.

Geht man nun wandern, bist du der eigenen Geschwindigkeit „ausgesetzt“. Das kommt einem langsam vor und nagt an der Motivation. Es kommt immer wieder die Frage auf, ob das ganze wirklich Sinn macht. Und setzten dann noch die ersten Wehwehchen ein, kann die Motivation schnell mal gegen Null gehen.

Doch an diesem Punkt muss dein Kampfgeist zünden und dich weiter an treiben. Denke an das was du schon geschafft hast und sei nicht zu hart mit dir selbst! Alles was du bis dahin an Wegstrecke zurück gelegt hast, warst nur du und dein Körper. Deine Beine haben dich bis dahin getragen wo du stehst.

Hast du dir gute Etappenziele gesetzt funktioniert das besonders gut. Denn sobald du eines deiner Ziele erreicht hast, wirst du ein Gefühl der Erleichterung und des Glücks empfinden. Dieses Gefühl ist wie bei einem Runner´s High, das Läufer an ihrem Ziel erleben. Hierbei wird dein Körper in einen euphorischen Gemütszustand versetzt, der dich deine Sorgen vergessen lässt.

Immer wenn du ein Ziel erreicht hast, solltest du dir kurz eine Pause gönnen und deinen Körper belohnen. Trink etwas Wasser und nasch ein paar Schalenfrüchte mit getrocknetem Obst. Das gibt dir wieder Energie. Genieße den Ausblick und setz mal deinen Rucksack ab.

Rucksack packen:

backpacker

Was soll so besonders sein am Rucksack packen? Sitzt der Rucksack am Ende schlecht, weil das Gewicht zum Beispiel falsch verteilt ist, wird die Tour nicht so spaßig. Deswegen sollten diese kleinen Pack-Tricks dir weiter helfen:

1. Das schwerste kommt so dicht wie möglich an deinen Rücken und nicht an den Boden des Rucksacks.

2. Packe alles gebündelt in Plastiktüten, damit es bei starkem Regen auch im Rucksack nicht nass wird.

3. Trinkwasser immer so platzieren, dass du jederzeit schnell heran kommst. Also am besten in die Seitentaschen.

4. Kleine Snacks wie Nüsse oder Riegel am besten griffbereit aufbewahren, keiner hat Lust für einen kleinen Happen den gesamten Rucksack auf den Kopf zu stellen.

5. Scharfe Kannten vermeiden! Pass mit deinen Zeltstangen oder ähnlichen spitzen Gegenständen im Rucksack auf, ich habe mir meinen letztens mit einer Stange zerstochen :(

6. Gute Rucksäcke haben immer eine Untergliederung im Hauptstauraum. Nutze diese, damit später alles an seinem Platz bleibt.

7. Bündel deine Sachen nach Verwendungsarten. Messer, Gabel und Dosenöffner werden meist zugleich benötigt und können zusammen verstaut werden. Probiere das auch mit anderen Sachen.

Weiter zur Packliste

Bevor du dich aber an das Packen machst, solltest du alle Riemen lockern. Mit Riemen meine ich die Gurte, die dein Gepäck später zusammen zurren und das Volumen des Rucksacks minimieren.

Früher wurde den Pfadfindern beigebracht alles schwere an den Boden zu packen. Das sieht man heute zum Glück anders. Heute packt man nur noch im Supermarkt den schweren Einkauf an den Boden des Korbes, aber auch nur damit die Bananen nicht braun werden.

Beim Wandern sind einem die Bananen egal, Effizienz ist angesagt. Liegt ein schweres Gewicht relativ weit Weg von deinem Rücken im Rucksack, dann hat dieses eine Hebelwirkung auf dich. So etwas will man nicht. Deswegen sollte alles möglichst kompakt und dicht an dir Sitzen.

Auf meiner ersten Tour musste ich am zweiten Tag abbrechen, weil ich meinen Rucksack zum einen so voll mit unnützen Sachen gepackt habe und zum anderen alles völlig falsch platziert war. Bei jedem Schritt spürte ich den Rucksack mich nach hinten ziehen. Die Folge war eine Zerrung in der Leiste und unangenehme Schmerzen über 4 Wochen….

In diesem Video ist nochmal alles zusammen gefasst.

Rucksack anpassen:

Dein Rucksack sollte an allen möglichen stellen Riemen zum anpassen haben. Auf den ersten Blick stellt man sich schnell die Frage, warum so viele und wie genau diese Helfen sollen. Aber schon beim ersten Tragen wird das schnell klar.

Am besten lässt du dir im Laden alles ganz genau zeigen und probierst den Rucksack direkt aus. Dabei kann dir deine Beratung dann alles in Ruhe zeigen. Doch wie das so mit gelernten Sachen ist, vergisst man schnell die Griffe und Tricks… also habe ich hier eine gute Anleitung zum ausdrucken gefunden: Rucksack anpassen.pdf

 

An dieser Stelle vielen Dank an Deuter.de 😉

Trockenübung:

Nach dem du deinen Rucksack gepackt hast und ihn richtig eingestellt hast kannst du dich mit ihm vertraut machen 😉

Setze ihn vollgepackt auf und mache ein paar Trockenübung. Das soll heißen, dass du dich ordentlich bewegst und schaust, was an Bewegungen möglich ist, und was nicht. Du solltest deine Schuhe schnüren können, ohne dabei um zu kippen. Genau so verhält es sich auch mit dem Aufstehen… wenn du den Film Der große Trip – Wild gesehen hast, dann weißt du vielleicht was ich meine. Niemandem nutzt ein Rucksack, der dich wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegen lässt. Deswegen achte darauf, dass du trotzdem beweglich bleibst.

Um zu überprüfen, ob Gewicht und Passform des Rucksacks zu deinem Körper passen, kannst du einen Probelauf draußen im Wald machen. Suche dir eine schöne Strecke (vielleicht irgendwo, wo dich nicht allzu viele Leute sehen) und geh ein paar Kilometer. Nur auf diese Weise kannst du heraus finden, ob dein Plan auf geht. Gut ist es auch, wenn du ein paar Treppen steigst.

Höre bei deinem Probelauf unbedingt auf deinen Körper. Verspannt, zieht oder schmerzt er schon auf den ersten Metern, kannst du dir vorstellen, dass das so nichts wird. Überprüfe deine Einstellungen und überdenke dein Pack Gewicht. Solltest du dich aber wohl fühlen, hast du alles richtig gemacht!

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